Vielleicht staunen Sie darüber, dass man während des Schlafs auf neue Ideen kommen kann – ohne auch nur einen Finger gekrümmt zu haben! Das liegt daran, dass unser Unterbewusstsein auch während des Schlafs weiter denkt und Probleme löst. Die Verbesserung Ihres Schlafs dient somit auch der Steigerung Ihrer Lernfähigkeit.
Am Tage vor einer Prüfung noch einmal büffeln und dann darüber schlafen, kann also sehr erfolgreich sein. Ein guter, ausgiebiger Schlaf vor dem Prüfungstag ist dabei fast noch wichtiger als das Büffeln selbst. Eine von der Harvard Medical School in den USA durchgeführte Untersuchung ergab, dass das menschliche Gehirn neue Informationen am besten während eines darauf folgenden, achtstündigen Schlafs verarbeitet.
Unser Schlaf besteht aus verschiedenen Schlafphasen. Wir unterscheiden zwischen (traumlosem) Tiefschlaf und (träumender) REM-Phase; beide sind für unsere Lernfähigkeit äußerst wichtig
Im Tiefschlaf werden unsere Kenntnisse und Erfahrungen gespeichert, was unser Gedächtnis bereichert. Der sog. REM-Schlaf, der von schnellen Augenbewegungen (Rapid Eye Movement = REM) gekennzeichnet ist, hat eine wichtige Funktion für das Erlernen von Prozessen und Verhaltensweisen. Im Schlaf – und im Traum – bearbeiten wir ganz einfach das, was wir tagsüber erlebt haben. Der Tiefschlaf erfolgt hauptsächlich zu Beginn der Schlafperiode, während der REM-Schlaf an deren Ende steht.
Die Untersuchung der Harvard Medical School zeigt auch, dass das Bearbeiten und Speichern bestimmter Informationen sich tagelang (oder besser: nächtelang) fortsetzen kann. Nach drei Nächten guten Schlafs hintereinander sind Gedächtnis und Leistungsvermögen in Hochform.